Joyce & die Welt der Mode

Autorin & Buch

Joyce Jago, 25, Modedesignerin, Autorin und Model.

Schon von klein auf war ich sehr modeaffin und hatte den Traum eines Tages in der Modebranche zu arbeiten. Den Einstieg in diese faszinierende Welt gelang mir mit 16, als ich nebenberuflich anfing als Model zu arbeiten; danach stand mein Entschluss stand fest nach dem Abitur Mode-Designerin zu werden. Allerdings musste ich während meiner Ausbildung an einer privaten Modeschule feststellen, dass diese Branche nicht nur Einiges an Kreativität erfordert, sondern ebenso viel Fleiß, harte Arbeit und Nervenstärke. Ich bin froh, dass ich trotz des harten Weges während dieser Zeit nicht aufgab sondern gelernt habe mich durchzubeißen; dies hat mich für mein weiteres Leben sehr geprägt und enorm gestärkt. Das währenddessen erlernte Wissen kann ich bis heute noch oft anwenden und hatte niemals die Entscheidung für einen Beruf in der Modebranche bereut.

Nachdem ich 2010 meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hatte, entschied ich mich zusätzliche Qualifikationen im Bereich der Betriebswirtschaftslehre zu erwerben. Glücklicherweise konnte ich den perfekten Studiengang für mich finden, welcher sich Fashion, Luxury & Retail Management nannte: eine Kombination aus Mode und internationaler BWL, was mir nicht nur viel Freude bereitete, sondern sich zusätzlich als ideale Ergänzung meines bisherigen Werdegangs herausstellte. Die sechs Semester an der European Business School waren nicht nur sehr lehrreich, sondern ebenfalls ereignisreich und unvergesslich. Teile des Studiums waren ein Inlands- und Auslandspraktikum sowie ein Auslandssemester. Durch meine hohe Motivation und auch dem gewissen Quäntchen Glück erhielt ich ein Praktikum bei Ralph Lauren in München, wo ich das Menswear Team für vier Monate unterstützen durfte, vieles Wissenswertes aus der amerikanischen Modebranche erlernen konnte und ich daher das Unternehmen bis heute zu meinen Favoriten zähle.

Jedoch die wohl außergewöhnlichste Zeit erlebte ich in Paris, wo ich das Auslandssemester und das anschließende Praktikum absolvierte. Schon immer war Paris eine meiner Lieblingsstädte, aber in dieser Modemetropole zu leben, zu lernen und zu arbeiten erwies sich als noch atemberaubender als ich es mir je erträumt hätte. Jeder Tag war ein Highlight und die vielen Erinnerungen werden unvergesslich bleiben. Besonders geehrt fühlte ich mich viele Fashionweek Shows und Veranstaltungen besuchen zu dürfen und empfand es als großes Glück täglich das Laissez-Faire der Franzosen zu erleben, den weltberühmten französischen Chic auf den turbulenten Boulevards zu beobachten und meine Bildung in Bezug auf die französische Mode und Lebensart weiter zu vertiefen.

Während dieser Zeit wuchs der Wunsch in mir mein Wissen und vor allem auch meine Begeisterung über den Wandel der französischen Mode weiterzugeben, weshalb ich mich entschloss mein erstes eigenes Buch zu verfassen – Mode im Wandel – welches im Dezember 2015 veröffentlicht wurde. Dieses Buch beleuchtet den Wandel der Damen-Mode während des letztens Jahrhunderts, im Besonderen zwei meiner Lieblings-Modeschöpfer und deren Modehäuser: Coco Chanel und Yves Saint Laurent, sowie die von ihnen maßgeblich beeinflussten Epochen, die 20er und die 70er Jahre. Beschrieben werden die Leben der beiden Designer, die Entwicklung ihrer Unternehmen und deren Einflussnahme auf das Frauenbild. Neben der modischen Entwicklung dieser Jahrzehnte werden des Weiteren politische und kulturelle Aspekte und Besonderheiten näher erläutert. Mehr Details unter:

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Für mich ist Paris bis heute das Zentrum der Mode. Kein anderes Land arbeitet intensiver daran die Herzen der Modefans jede Saison aufs Neue höher schlagen zu lassen. Keine Fashionweek ist dermaßen begehrt wie die PFW. Weltweit kommen Redakteuren/innen, Blogger/innen,

Influencer/innen und Modeverrückte in Scharen nach Paris um die neuesten Kreationen der Designer zu begutachten. Zu dieser Zeit ist ganz Paris ein buntes Modetreiben.

Obwohl Deutschland und Frankreich Nachbarländer sind und auch weltpolitisch seit vielen Jahren eine stabile Freundschaft besteht, gibt es Unterschiede zwischen den Nationen. Meiner Meinung nach ist einer der gravierendsten der Stellenwert, den die Modebranche oder die Modewelt im Allgemeinen für die jeweiligen Bewohner haben. In Frankreich ist eine Person, die in der Mode arbeitet, ein Künstler, ein kreativer Kopf ausgestattet mit einer besonderen Gabe. Im Kontrast dazu wird man in Deutschland leider noch in vielen Fällen als oberflächliche, narzisstisch Person angesehen, die nicht intelligent genug für die Arbeit in einem anderen Wirtschaftszweig wäre. Seit Jahren versucht die Modebranche mit solchen Klischees aufzuräumen in der Hoffnung, dass die deutsche Bevölkerung bald so tolerant sein wird wie die französische.

Ebenfalls weist die Mode dieser beiden Länder Unterschiede in Design, Handwerkskunst und Stil auf. Als frankophile Person bevorzuge ich stets die französischen Designs, deren klassischer Stil mit dem gewissen je ne sais quoi, nicht nur überwiegend in meiner Garderobe zu finden sind sondern auch stets als Inspirationen für meine eigenen Kreationen diente.

Allerdings ist zu beobachten, dass die Bewohner deutscher Großstädte in den letzten Jahren ebenfalls experimentierfreudiger geworden sind. Denn egal was für ein verrückter bunter Vogel man in Paris ist, die französische Modewelt schätzt einen eigenwilligen und individuellen Stil, der die Person zu etwas Besonderem macht.

Noch bis heute entwerfe ich gern meine eigene Mode und der Traum eines eigenen Modehauses ist nicht erloschen. Doch als nächsten Schritt werde ich erst meinen Master of Science in International Management an der International School of Management absolvieren mit voraussichtlichem Abschluss im Sommer 2018. Danach strebe ich einen Umzug nach Paris an sowie eine Karriere in einem französischen Modehauser.

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